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Lieferando Gebühren: was am Ende wirklich von der Bestellung übrig bleibt

Lieferando berechnet Restaurants eine Provision auf jede vermittelte Bestellung. Sie liegt bei rund 13 Prozent, wenn der Betrieb selbst ausliefert, und bei bis zu rund 30 Prozent, wenn Lieferando-Fahrer fahren. Dazu kommen je nach Vertrag einmalige Anmeldekosten, Geräte und eine Servicegebühr, die der Gast im Warenkorb zahlt. Ein eigenes Bestellsystem kostet stattdessen 49 Euro im Monat, ohne Provision.

9 Min. LesezeitVon Michael Raske

Wirt sitzt abends am Tresen und rechnet die Lieferando Gebühren seines Restaurants mit dem Taschenrechner nach

Lieferando berechnet Restaurants eine Provision auf jede vermittelte Bestellung. Sie liegt bei rund 13 Prozent, wenn der Betrieb selbst ausliefert, und bei bis zu rund 30 Prozent, wenn Lieferando-Fahrer fahren. Dazu kommen je nach Vertrag einmalige Anmeldekosten, Geräte und eine Servicegebühr, die der Gast im Warenkorb zahlt. Ein eigenes Bestellsystem kostet stattdessen 49 Euro im Monat, ohne Provision.

Die meisten Wirte, mit denen ich telefoniere, kennen ihren Prozentsatz. Was sie nicht kennen, ist die Jahressumme. Das liegt nicht an mangelndem Geschäftssinn, sondern daran, dass die Gebühr nie als Rechnung im Briefkasten liegt. Sie wird von der Auszahlung abgezogen, jeden Freitag ein bisschen, und steht in der Buchhaltung als Posten, den man irgendwann nicht mehr liest.

Deshalb hier einmal der ganze Zettel: welche Posten es gibt, wer sie zahlt, und was am Ende von einer Pizza übrig bleibt.

Lieferando Gebühren nach Feierabend nachrechnen

Lieferando Gebühren: aus welchen Posten sie bestehen

Die Gebühr ist kein einzelner Betrag, sondern ein Bündel. Vier Posten tauchen bei fast jedem Betrieb auf, den ich mir ansehe.

Die Provision auf den Bestellwert. Der größte Brocken, prozentual, auf jede vermittelte Bestellung. Ob Neukunde oder Stammgast, der seit sechs Jahren dieselbe Nummer 24 bestellt: Der Satz ist derselbe.

Die Liefergebühr, wenn das Portal fährt. Nutzen Sie die Fahrer von Lieferando statt eigener Leute, steigt der Satz deutlich. Das ist der Unterschied zwischen den rund 13 und den rund 30 Prozent.

Einmalkosten beim Start. Anmeldung, Einrichtung des Profils, Fotos, je nach Vertrag ein Bestelltablet oder ein Drucker. Diese Posten schwanken stark und stehen in der Vereinbarung, die Sie unterschrieben haben.

Die Servicegebühr auf Gästeseite. Die zahlt nicht der Betrieb, sondern der Kunde, und sie erscheint im Warenkorb zusätzlich zum Essen.

Ein Hinweis, den ich ernst meine: Die genauen Sätze stehen in Ihrem Vertrag, und Portale passen ihre Modelle an. Die Zahlen hier sind die Spanne, die uns Betriebe aus Wilhelmshaven, Oldenburg und Bremerhaven nennen. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Satz nach, nicht mit meinem.

Die Provision: warum 13 und 30 Prozent zwei verschiedene Welten sind

Der Unterschied klingt nach einer Nuance, ist aber der Punkt, an dem die meisten Rechnungen kippen.

Nehmen wir eine Pizza für 12 Euro. Bei rund 13 Prozent gehen 1,56 Euro ans Portal, bei rund 30 Prozent sind es 3,60 Euro. Der Wareneinsatz liegt bei einer ordentlich belegten Pizza je nach Einkauf bei drei bis vier Euro, die Verpackung kostet ihre 30 bis 50 Cent. Im ersten Fall bleiben grob sieben Euro für Personal, Miete, Energie und am Ende Gewinn, im zweiten knapp fünf. Das ist die Differenz zwischen einem Abend, der sich lohnt, und einem, an dem die Küche für das Portal kocht.

Der zweite Effekt wird häufiger übersehen. Die Provision greift auf den gesamten Bestellwert, also auch auf Getränke. Eine Cola, die 1,50 Euro kostet und im Einkauf 40 Cent, ist der Posten mit der besten Marge im Haus. Genau davon zieht das Portal denselben Prozentsatz ab wie von der Pizza.

Und sie greift unabhängig davon, wer den Kunden gebracht hat. Ein Gast, der Sie seit Jahren kennt, Ihre Nummer im Handy hat und trotzdem über die App bestellt, weil es bequem ist, kostet exakt so viel Provision wie ein Tourist, der Ihren Laden zum ersten Mal sieht. Die Vermittlungsleistung, für die Sie zahlen, hat in diesem Fall nicht stattgefunden.

Lieferando Servicegebühr: was der Gast zusätzlich zahlt

Neben dem, was der Betrieb abgibt, zahlt der Gast beim Bestellen eine Servicegebühr. Sie steht im Warenkorb als eigene Zeile, unter dem Essen, neben den Lieferkosten. Wie hoch sie im Einzelfall ausfällt, sehen Sie am ehrlichsten, indem Sie Ihr eigenes Restaurant in der App aufrufen und bis zur Bezahlseite durchklicken.

Warum das für Sie zählt, obwohl Sie diese Gebühr nicht bezahlen: Der Gast rechnet sie Ihnen zu. Auf dem Bon steht Ihr Name, und wer 12 Euro für die Pizza erwartet und am Ende deutlich mehr überweist, hält Ihr Essen für teurer geworden. Beschwerden über den Preis landen bei Ihnen am Telefon, nicht beim Portal.

Am Tresen funktioniert daraus ein Argument, das besser zieht als jede Provisionsrechnung: Auf der eigenen Bestellseite gibt es diese Zeile nicht. Derselbe Warenkorb wird für den Gast günstiger, und Sie verdienen trotzdem mehr.

Lieferando Servicegebühr im Warenkorb des Gastes

Lieferando Gebühren für Restaurants: die Jahresrechnung

Jetzt die Summe, die niemand aufmacht. Ich nehme einen Betrieb, wie er hier oben an der Küste hundertfach steht: Imbiss oder kleine Pizzeria, 8.000 Euro Portal-Umsatz im Monat.

Bei rund 13 Prozent sind das 1.040 Euro monatlich, 12.480 Euro im Jahr. Bei rund 30 Prozent sind es 2.400 Euro monatlich, 28.800 Euro im Jahr.

Halten Sie diese Zahl einen Moment neben andere Posten Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung. 12.480 Euro sind bei vielen Betrieben mehr als die Jahresmiete. 28.800 Euro sind eine dreiviertel Stelle in der Küche, das ganze Jahr.

Wer kleiner ist, rechnet mit kleineren Zahlen, aber das Verhältnis bleibt. Bei 3.000 Euro Portal-Umsatz im Monat sind rund 13 Prozent immer noch 4.680 Euro im Jahr. Das ist die neue Kühlzelle, die seit zwei Jahren aufgeschoben wird.

Die Gegenrechnung ist unspektakulär, und genau das ist der Punkt. Ein eigenes Bestellsystem kostet bei uns 49 Euro im Monat zuzüglich Umsatzsteuer, einmalig 299 Euro Einrichtung, keine Provision. Macht 588 Euro im Jahr, egal ob Sie damit 3.000 oder 30.000 Euro umsetzen. Die Konditionen im Einzelnen stehen unter Preise.

💡 Praxis-Tipp: Machen Sie den Freitagabend-Test, bevor Sie irgendetwas entscheiden. Nehmen Sie die Portal-Abrechnung eines einzigen guten Freitags und markieren Sie mit dem Stift jede Bestellung, deren Adresse oder Name Ihnen bekannt vorkommt. Bei den meisten Betrieben sind das über die Hälfte. Rechnen Sie die Provision nur dieser Zeilen zusammen und multiplizieren Sie mit 52. Das ist der Betrag, den Sie für Kunden bezahlen, die Sie selbst gewonnen haben. Wie eine eigene Bestellseite aussieht, auf der genau diese Gäste landen, können Sie ohne Anmeldung durchklicken: Demo ansehen.

Was neben der Provision noch von der Marge abgeht

Drei Dinge kosten Geld, tauchen aber in keiner Gebührenübersicht auf. Sie fallen erst auf, wenn man ein halbes Jahr zurückschaut.

Die Rabattschlacht. Aktionen machen auf dem Portal sichtbar, gehen aber von Ihrer Marge ab. Wer im Ranking mithalten will, rabattiert, und zahlt auf den reduzierten Preis trotzdem Provision.

Die Sichtbarkeit. Ganz oben in der Liste zu stehen ist kein Naturgesetz, sondern eine Position, um die konkurriert wird. Betriebe, die mit dem kleinsten Modell starten, rutschen nach unten und buchen irgendwann doch das größere. Die Gebühr, mit der Sie angefangen haben, ist selten die, bei der Sie landen.

Der Preisaufschlag auf der Karte. Viele Wirte legen auf der Portalkarte einen Euro drauf, um die Provision aufzufangen. Das rächt sich: Gäste vergleichen, und wer online teurer ist als an der Theke, bekommt das vorgehalten.

Die tatsächliche Belastung liegt deshalb fast immer höher als der Prozentsatz im Vertrag. Wie man sie Schritt für Schritt zurückdreht, steht unter Lieferando-Gebühren sparen.

Restaurant liefert aus und zahlt auf jede Bestellung Gebühren an das Portal

Gebühren senken, ohne das Portal am Montag zu kündigen

Der häufigste Fehler beim Ausstieg ist die Reihenfolge. Jemand ärgert sich über die Abrechnung, kündigt im Affekt und steht drei Wochen später ohne Bestellungen da, weil es nichts gab, wohin die Gäste ausweichen konnten.

Umgekehrt klappt es. Zuerst bauen Sie die eigene Bestellseite auf, mit Karte, Extras, Liefergebiet, Mindestbestellwert und PayPal. Das dauert bei uns zwei bis drei Wochen, das Portal läuft unverändert weiter. Was so ein System im Alltag können muss, steht unter Lieferdienst Bestellsystem.

Dann leiten Sie um. QR-Code auf den Pizzakarton, Aufkleber auf die Tüte, ein Satz vom Fahrer an der Tür, fünf Euro Gutschein für die erste Direktbestellung. Der Gutschein kostet weniger als die Provision von zwei Portal-Bestellungen desselben Kunden. Nach drei bis sechs Monaten bestellt der Kern der Stammkundschaft direkt.

Erst danach entscheiden Sie über das Portal, anhand von Zahlen statt Bauchgefühl: Wie viel Umsatz kommt noch, was kostet er, sind das noch echte Neukunden? Viele stufen dann auf die kleinste Sichtbarkeit zurück, andere hören ganz auf. Die Wege im Vergleich stehen unter Lieferando-Alternative.

An der Nordseeküste kommt die Saison dazu

Hier oben hat die Gebührenrechnung einen Zusatz, den ein Betrieb in einer Großstadt so nicht kennt: Das Jahr zerfällt in zwei Hälften.

Zwischen Mai und September ist die Küste voll. In Cuxhaven, Büsum, Norddeich und St. Peter-Ording bestellen Urlauber aus Ferienwohnungen, meist über die App, die sie von zu Hause kennen. Das sind echte Neukunden, und dafür ist eine Vermittlungsprovision nicht unfair. Von November bis März dreht es sich: Die Ferienwohnungen sind leer, es bestellen die Leute aus dem Ort, dieselben Nummern, dieselben Adressen, oft dieselbe Bestellung. Denselben Prozentsatz zahlen Sie trotzdem, nur vermittelt das Portal jetzt niemanden mehr, sondern rechnet eine bestehende Beziehung ab.

Deshalb der Rat, den ich Betrieben an der Küste jedes Jahr gebe: Bauen Sie die eigene Seite im Frühjahr auf, nicht im November. Im Sommer laufen Tausende Urlauber durch Ihren Laden, jeder Karton geht mit einem QR-Code raus, und bis zur Nebensaison haben Sie eine Kundenliste, die Ihnen gehört.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Provision bei Lieferando?

Sie liegt bei rund 13 Prozent, wenn das Restaurant selbst ausliefert, und bei bis zu rund 30 Prozent, wenn Lieferando-Fahrer die Bestellung bringen. Der genaue Satz steht im jeweiligen Vertrag und kann davon abweichen.

Wer zahlt die Lieferando Servicegebühr?

Die Servicegebühr zahlt der Gast beim Bestellen, sie erscheint im Warenkorb als eigene Zeile. Der Betrieb zahlt sie nicht, bekommt aber die Beschwerden über den Endpreis, weil auf dem Bon sein Name steht.

Fällt Provision auch auf Getränke an?

Ja. Der Prozentsatz greift auf den gesamten Bestellwert, also auch auf Getränke und Beilagen. Gerade bei Getränken, die im Einkauf günstig sind, kostet das spürbar Marge.

Was kostet ein eigenes Bestellsystem im Vergleich?

Bei Bistrio 49 Euro im Monat zuzüglich Umsatzsteuer und einmalig 299 Euro für die Einrichtung, ohne Provision auf Bestellungen. Die ersten drei Monate laufen im vollen Umfang kostenlos. Das Helden-Komplettpaket mit Webseite kostet 54,99 Euro im Monat.

Sollte ich Lieferando kündigen, wenn ich eine eigene Seite habe?

Nicht sofort. Der bewährte Weg ist: eigene Seite aufbauen, Stammkunden umleiten und nach einem halben Jahr anhand der Zahlen entscheiden. Viele behalten das Portal als Neukundenkanal in der kleinsten Stufe.

Der nächste Schritt

Ein Betrieb mit 8.000 Euro Portal-Umsatz im Monat gibt zwischen 12.480 und 28.800 Euro im Jahr an Gebühren ab. Ein eigenes Bestellsystem kostet 588 Euro im Jahr, unabhängig vom Umsatz. Bei den meisten Häusern ist das der größte einzelne Hebel auf den Gewinn.

Dazu kommt der Teil, der sich nicht in Euro ausdrücken lässt, aber länger wirkt: Auf der eigenen Seite gehören Ihnen Adresse, Telefonnummer und Bestellhistorie. Damit verschicken Sie im Januar einen Gutschein an alle, die seit acht Wochen nicht bestellt haben. Auf dem Portal gehört diese Liste jemand anderem, und wenn Sie kündigen, bleibt sie dort.

Schauen Sie sich das drei Monate lang im vollen Umfang an, mit Ihrer Karte, Ihren Preisen und Ihrem Liefergebiet. Demo ansehen oder kurz durchrufen: Michael Raske, 0176 61850722. Ihre Jahressumme rechne ich Ihnen am Telefon durch, dafür brauchen wir keine zehn Minuten.

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