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Glossar

Bestellsystem von A bis Z.

Wer sich das erste Mal mit Onlinebestellungen beschäftigt, stolpert über ein Dutzend Begriffe. Hier stehen sie in normalem Deutsch, mit Zahlen statt Behauptungen.

A

Abholung

Bei der Abholung bestellt der Gast online und holt die Ware selbst ab. Für den Betrieb ist das die Bestellart mit der besten Marge, weil keine Fahrt anfällt.

Viele Betriebe unterschätzen den Anteil. Wo Abholung sichtbar angeboten und mit einem kleinen Nachlass belohnt wird, wählt ein erheblicher Teil der Gäste diesen Weg.

Praktisch braucht es nur zwei Dinge: eine realistische Abholzeit und einen Ort, an dem die Tüten stehen, ohne dass jemand suchen muss.

Bestellsystem

Allergene

Allergene sind die 14 kennzeichnungspflichtigen Stoffe nach der Lebensmittelinformationsverordnung, etwa Gluten, Milch oder Nüsse. Auch bei Onlinebestellungen müssen sie vor dem Kauf angegeben werden.

Bei loser Ware genügt in Deutschland eine mündliche Auskunft mit schriftlichem Hinweis darauf. Im Onlineshop gibt es kein Gegenüber, deshalb gehört die Information zum Gericht.

Am wenigsten Aufwand macht es, die Angaben einmal sauber je Gericht zu hinterlegen. Nachträglich alle Karten durchzugehen dauert länger, als es beim Anlegen gekostet hätte.

B

Bestellsystem

Ein Bestellsystem ist eine Software, über die Gäste direkt beim Betrieb bestellen, unter dessen eigener Adresse. Anders als bei einem Portal bleiben Kundendaten und Umsatz beim Betrieb.

Der Unterschied zum Lieferportal ist nicht die Technik, sondern wem die Beziehung zum Gast gehört. Über ein Portal bestellt der Gast bei Lieferando und bekommt zufällig Ihr Essen; über ein eigenes System bestellt er bei Ihnen.

Für den Betrieb heißt das: keine Provision je Bestellung, dafür ein fester monatlicher Betrag und die Aufgabe, selbst für Bekanntheit zu sorgen.

BestellsystemWas es ist und wann es sich rechnet

Bondrucker

Ein Bondrucker ist ein Thermodrucker, der eingehende Bestellungen als Beleg für die Küche ausgibt. Er druckt ohne Tinte auf wärmeempfindliches Papier.

In der Küche schlägt Papier den Bildschirm. Ein Bon lässt sich anfassen, an die Leiste hängen und abhaken, ohne dass jemand mit fettigen Fingern wischt.

Wichtig ist der Ton beim Eingang. Ein Drucker, der still arbeitet, wird in der Betriebshektik übersehen, und eine übersehene Bestellung kostet mehr als der Drucker.

D

Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten von einer Bestellung übrig bleibt. Er zeigt, was ein Gericht wirklich zum Betriebsergebnis beiträgt.

Beispiel: Eine Pizza für 12 Euro mit 3 Euro Wareneinsatz bringt 9 Euro Deckungsbeitrag. Läuft sie über ein Portal mit 14 Prozent Provision, sind es 7,32 Euro.

Diese 1,68 Euro Unterschied klingen klein. Bei 40 Bestellungen am Tag sind es rund 24.500 Euro im Jahr.

Rechnen wir es durch

Durchschnittlicher Bestellwert

Der durchschnittliche Bestellwert ist der Umsatz geteilt durch die Anzahl der Bestellungen. Er ist der Hebel, der sich am schnellsten bewegen lässt.

Eine Bestellung mehr zu bekommen kostet Werbung. Eine bestehende Bestellung um zwei Euro zu erhöhen kostet einen gut platzierten Vorschlag im Warenkorb.

Am besten wirken Vorschläge, die zum Warenkorb passen: Getränk zur Pizza, Soße zum Döner. Ein zufälliges Angebot wird weggeklickt.

E

Extras

Extras sind Zusatzoptionen zu einem Gericht: eine weitere Zutat, eine andere Größe, eine Soße. Im Bestellsystem werden sie mit eigenem Aufpreis hinterlegt.

Sie sind der Grund, warum eine gedruckte Karte online nicht eins zu eins funktioniert. Am Telefon sagt der Gast „mit extra Käse", online muss diese Möglichkeit vorher angelegt sein.

Der Aufwand lohnt sich doppelt: Rückfragen entfallen, und die Aufpreise landen zuverlässig auf der Rechnung statt im Vergessen.

Bestellsystem

G

Gutschein

Ein Gutschein ist ein Code, der beim Bestellen einen Nachlass gewährt, als fester Betrag oder als Prozentsatz. Er dient dazu, neue Gäste zu gewinnen oder bestehende zurückzuholen.

Wirksam sind Gutscheine mit Anlass und Frist. „10 % auf alles, immer" wird zum normalen Preis; „5 Euro auf Ihre nächste Bestellung, gültig bis Sonntag" bringt Bestellungen.

Ein Mindestbestellwert gehört dazu, sonst finanzieren Sie Kleinbestellungen mit Nachlass.

K

Kassensystem

Ein Kassensystem, auch POS genannt, erfasst Bestellungen und Zahlungen im Betrieb. Es ist die Kasse am Tresen, nicht der Onlineshop.

Bestellsystem und Kasse lösen unterschiedliche Aufgaben. Die Kasse rechnet mit dem Gast im Haus ab, das Bestellsystem nimmt Bestellungen von außen an.

Eine Verbindung beider Systeme ist bequem, aber kein Muss. Viele Betriebe fahren jahrelang gut damit, Onlinebestellungen über den Bon in die Kasse zu übernehmen.

Gastro-Software

Kellnersystem

Ein Kellnersystem ist die Bestellansicht für das Servicepersonal am Tisch. Der Kellner erfasst die Bestellung auf dem Gerät, sie landet direkt in der Küche.

Der Gewinn ist der eingesparte Weg. Wer nicht nach jeder Aufnahme zum Tresen läuft, bedient mehr Tische in derselben Zeit.

Wichtig ist die Bedienbarkeit unter Druck. Die drei meistbestellten Gerichte gehören nach vorn, damit niemand im Feierabendbetrieb durch die Karte scrollt.

L

Liefergebiet

Das Liefergebiet legt fest, wohin ein Betrieb ausliefert. Im Bestellsystem wird es über Postleitzahlen oder einen Umkreis um die Adresse abgebildet.

Der häufigste Fehler ist ein zu großes Gebiet. Jeder Kilometer mehr kostet Fahrzeit, und kaltes Essen bringt keine zweite Bestellung.

Sinnvoll ist eine Staffelung: naher Umkreis ohne Gebühr, weiterer Umkreis mit Gebühr und höherem Mindestbestellwert.

Liefergebühr

Die Liefergebühr ist der Betrag, den der Gast für die Zustellung zahlt. Sie deckt Fahrzeit, Fahrzeug und Verpackung.

Sie ganz wegzulassen wirkt großzügig und kostet bei jeder Fahrt Geld. Verbreiteter ist ein kleiner Betrag, der ab einem bestimmten Bestellwert entfällt.

Diese Schwelle hebt nebenbei den Bestellwert: Wer bei 22 Euro steht und ab 25 Euro versandfrei liefert, legt oft noch etwas dazu.

Lieferportal

Ein Lieferportal ist eine Plattform, die Bestellungen für viele Betriebe bündelt, etwa Lieferando oder Wolt. Es bringt Reichweite und behält dafür einen Anteil am Umsatz.

Für einen neuen Betrieb ohne Bekanntheit ist das ein fairer Tausch. Für einen eingeführten Betrieb wird es teuer, weil auch Stammgäste über das Portal bestellen und dabei Provision auslösen.

Beides parallel zu betreiben ist möglich und oft klug: das Portal für Neukunden, das eigene System für alle, die schon einmal da waren.

Lieferando-Alternative

M

Mehrwertsteuer in der Gastronomie

Für Speisen zum Mitnehmen und zur Lieferung gelten in Deutschland 7 Prozent Mehrwertsteuer, für Getränke 19 Prozent. Verzehr im Haus wird höher besteuert als Außerhausverkauf.

Rechtsgrundlage ist § 12 Umsatzsteuergesetz. Der ermäßigte Satz gilt für Lebensmittel; sobald ein Dienstleistungsanteil dazukommt, etwa Bedienung am Tisch, greift der Regelsatz.

Für den Onlineshop heißt das: Speisen und Getränke müssen getrennt gerechnet werden. Ein System, das alles über einen Satz laufen lässt, produziert Fehler in der Buchhaltung.

Mindestbestellwert

Der Mindestbestellwert ist der Betrag, ab dem ein Betrieb ausliefert. Er sorgt dafür, dass sich die Fahrt rechnet.

Er sollte zum Liefergebiet passen. Wer 15 Kilometer fährt, braucht eine höhere Schwelle als jemand, der im Umkreis von zwei Kilometern bleibt.

Zu hoch angesetzt verliert er Einzelbesteller, die sonst regelmäßig kommen. Ein gestaffelter Wert nach Entfernung trifft es meist besser als eine einzige Zahl.

P

Pfand

Pfand ist ein Betrag, den der Gast für Mehrwegverpackung oder Flaschen hinterlegt und bei Rückgabe zurückbekommt. Er ist ein durchlaufender Posten, kein Umsatz.

Buchhalterisch ist das entscheidend: Pfand gehört nicht in die Umsatzsteuerberechnung wie eine Ware, sondern wird gesondert geführt.

Seit 2023 gilt die Mehrwegangebotspflicht für Betriebe mit mehr als fünf Beschäftigten und über 80 Quadratmetern Fläche. Wer darunter liegt, muss Mehrweg nicht anbieten, aber Kundenbehälter befüllen.

Provision

Provision ist der prozentuale Anteil am Bestellwert, den ein Lieferportal einbehält. Üblich sind in Deutschland 13 bis 14 Prozent, bei zusätzlicher Auslieferung durch das Portal deutlich mehr.

Der Betrag fällt bei jeder Bestellung an, auch bei Stammgästen, die den Betrieb längst kennen. Das ist der Punkt, an dem Provision vom Marketingbeitrag zur Dauerabgabe wird.

Rechnen lässt sich das leicht: Monatsumsatz über das Portal mal Provisionssatz ergibt die Jahresabgabe. Bei 20.000 Euro Monatsumsatz und 14 Prozent sind das 33.600 Euro im Jahr.

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Q

QR-Speisekarte

Eine QR-Speisekarte ist eine digitale Karte, die Gäste durch Abscannen eines Codes am Tisch öffnen. Preise und Gerichte lassen sich ändern, ohne neu zu drucken.

Der praktische Nutzen zeigt sich bei Preisanpassungen. Was früher eine Druckerei und eine Woche Vorlauf bedeutete, ist online eine Eingabe.

Sinnvoll bleibt eine kleine Zahl gedruckter Karten. Nicht jeder Gast will das Handy in die Hand nehmen, und leere Akkus gibt es auch.

QR-Speisekarte

S

Stammkunden und Kundendaten

Kundendaten sind Name, Adresse und Bestellhistorie der Gäste. Wer über ein eigenes Bestellsystem arbeitet, bekommt sie; wer über ein Portal arbeitet, in der Regel nicht.

Das ist der Unterschied, der sich erst nach Jahren zeigt. Ohne Daten können Sie niemanden zurückholen, der drei Monate nicht bestellt hat.

Mit den Daten kommt Verantwortung. Sie unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung: nur erheben, was gebraucht wird, und Werbung nur mit Einwilligung.

Ihre Vorteile

T

Tischreservierung

Bei der Tischreservierung buchen Gäste online einen Tisch zu einer bestimmten Uhrzeit. Der Betrieb legt Zeitfenster und verfügbare Plätze selbst fest.

Der Unterschied zu Reservierungsportalen liegt bei den Kosten. Portale rechnen häufig pro vermitteltem Gast ab; ein eigenes System kostet unabhängig von der Auslastung dasselbe.

Wichtig ist eine ehrliche Kapazitätsangabe. Ein überbuchter Samstagabend kostet mehr Ruf, als drei zusätzliche Reservierungen einbringen.

Tischreservierung

TSE und Kassensicherungsverordnung

Eine TSE ist eine technische Sicherheitseinrichtung, die jeden Kassenvorgang unveränderbar aufzeichnet. Elektronische Kassensysteme in Deutschland brauchen sie seit 2020.

Sie betrifft die Kasse, nicht den Onlineshop. Eine Onlinebestellung wird zum Kassenvorgang, sobald sie in der Kasse abgerechnet wird.

Wer unsicher ist, klärt das mit dem Steuerberater, bevor die Prüfung kommt. Nachträglich ist es teurer.

W

Wareneinsatz

Der Wareneinsatz ist der Einkaufswert der Zutaten eines Gerichts, meist als Prozentsatz des Verkaufspreises angegeben. In der Gastronomie liegt er üblicherweise zwischen 25 und 35 Prozent.

Er ist die Grundlage jeder Preiskalkulation. Wer ihn nicht kennt, weiß nicht, welches Gericht trägt und welches nur Umsatz macht.

Bei Lieferung kommt Verpackung dazu. Zwei Schalen, ein Deckel und eine Tüte summieren sich auf einen Betrag, der bei kleinen Bestellungen die Marge auffrisst.

Umsatz im Pizza-Lieferdienst

Warenkorb

Der Warenkorb ist die Übersicht der ausgewählten Gerichte vor dem Abschluss der Bestellung. Er zeigt Positionen, Extras, Gebühren und den Gesamtbetrag.

Der häufigste Abbruchgrund sind Kosten, die erst hier auftauchen. Wer Liefergebühr und Mindestbestellwert vorher nennt, verliert weniger Bestellungen.

Ein mitlaufender Warenkorb, der immer sichtbar bleibt, hilft zusätzlich: Der Gast sieht, wo er steht, ohne zu wechseln.

White Label

White Label bedeutet, dass eine Software unter dem Namen und im Design des Kunden erscheint statt unter dem des Anbieters. Der Gast sieht Ihren Betrieb, nicht den Dienstleister.

Für ein Bestellsystem heißt das: eigene Adresse, eigenes Logo, eigene Farben. Der Gast merkt nicht, welche Software dahinter läuft, und soll es auch nicht.

Das ist mehr als Kosmetik. Eine Bestellseite unter fremdem Namen baut die Marke des Anbieters auf, nicht Ihre.

Eigene Webseite mit Bestellfunktion

Z

Zahlungsanbieter

Ein Zahlungsanbieter wickelt Onlinezahlungen technisch ab, etwa PayPal oder Stripe. Er zieht das Geld beim Gast ein und leitet es an den Betrieb weiter.

Die Gebühren liegen typischerweise bei rund zwei bis drei Prozent zuzüglich einer Pauschale je Vorgang. Das ist deutlich weniger als eine Portalprovision, aber nicht null.

Barzahlung bei Lieferung bleibt daneben sinnvoll. Ein Teil der Gäste zahlt weiterhin lieber an der Tür, und jede weggelassene Zahlungsart kostet Bestellungen.

PayPal für Lieferdienste

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